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Sehenswürdigkeiten in Bensheim der Stadt des Hessentags 2014
-Ein Stadtrundgang-

Bensheim ist eine liebenswerte Kleinstadt in Südhessen. Sie liegt an der sonnenverwöhnten Bergstrasse und zeichnet sich durch ein besonders mildes Klima aus. Geschützt durch den Odenwald gedeihen hier Kiwis, Mandeln, Feigen und Pfirsiche. Der Ursprung der Stadt liegt weit zurück, denn sie ist schon seit vorrömischer Zeit besiedelt. Dies ist zwar nicht historisch vermerkt, aber die zahlreichen Weinstöcke lassen eine zwingende Vermutung zu. Die Marktverleihung am 5. März 956 verdankt Bensheim seiner Nähe zum Kloster Lorsch. Wann die Stadtrechte verliehen wurden ist allerdings unbekannt, aber anno 1320 werden sie nachweislich bestätigt.

Bis heute hat sich Bensheim zu einer sehenswerten und vitalen Stadt entwickelt. Um sich einen Überblick zu verschaffen lohnt sich zunächst ein kleiner Aufstieg zum Kirchberg mit dem anmutigen Kirchberghäuschen, dem Wahrzeichen der Stadt. Das beliebte Ausflugsziel lässt von oben zahlreiche optische Leckerbissen erkennen.

Markant erhebt sich aus dem Häusermeer die katholische Stadtkirche St. Georg. Der klassizistische Bau wurde 1830, in Anlehnung an frühchristliche und römische Basiliken, von Georg Moller, dem Oberbaurat und Hofbaumeister des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, errichtet. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg ersetzte man den ursprünglich romanischen Turm durch eine moderne Doppelturmfront und flankierte dazu zwei neuen Chortürme. Auch das Innere ist eine freie Nachgestaltung altchristlicher Kirchenräume.

Richtung Norden schließt sich direkt der weitläufige Komplex der Liebfrauenschule an. Der ehemalige Adelshof beherbergt heute nicht nur das Kloster, sondern auch ein privates Mädchengymnasium, das aus der "Institutsschule der Englischen Fräulein" mit den Maria-Ward-Schwestern hervorging.

In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der "Rote Turm". Es ist ein aus Sandstein errichteter Wachturm der alten ehemaligen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert. An ihm ist eine Tafel zu finden, auf der die Bürger ihre gereimte Siegesfreude in Stein meißeln ließen, nachdem sie die Stadt 1504 wehrhaft verteidigen konnten.

Rechts vom Turm führt eine kleine Gasse durch das weitläufige Areal der Liebfrauenschule. Direkt an eines der Schulgebäude schließt sich der "Walderdorffer Hof" aus dem Jahr 1470 an. Es ist eines der ältesten Fachwerkhäuser im südhessischen Raum. Das gelungene Fachwerkhaus gehörte der Adelsfamilie von Walderdorff. Das Gebäude wird heute als Gaststätte genutzt, und in dem gemütlichen Biergarten ist noch ein Stück der alten Stadtmauer zu sehen.

Den gleichen Weg zurück, am Roten Turm und der Rückseite von St. Georg vorbei, fällt der Blick geradeaus auf die an der Lauter liegende "Alte Gerberei" von 1873. Hier wurde früher mit dem Wasser des kleinen Flüsschens das Gerberhandwerk ausgeführt. Heute befindet sich in der "Alten Gerberei" das Varieté Pegasus.

Einige Meter weiter -ebenfalls an der Lauter gelegen- gelangt man zur Stadtmühle. Ihre Lage innerhalb der Stadtmauer war vor allem in Kriegszeiten von großer Bedeutung.
Auf der Rückseite des Gebäudes liegt in einem Geviert, als Brunnenfigur das Denkmal der Fraa vun Bensem, die der Legende nach aus Rache den anrückenden Bayern "hinnerum" einen Weg in die Altstadt zeigte, wodurch die listig Eingedrungenen, den ahnungslosen französischen und schwedischen Besatzern in den Rücken fallen und sie meucheln konnten.

Vom Denkmal der Fraa von Bensem führt ein kleines schmales Gässchen direkt zu dem malerischen Marktplatz. Hier in der Altstadt wurden vor allem in den 70er und 80er Jahren viele der Fachwerkhäuser liebevoll saniert und restauriert. Das Eckgebäude Marktplatz 22 fällt besonders durch sein schönes Fachwerk und dem markanten zweigeschossigen Erker auf. Das ehemalige Gasthaus "Zur Armbrust" wurde 1615 erbaut.

Rechts daran schließt sich das ehemalige Hochzeitshaus an, dessen Räume zum Feiern von Hochzeiten oder sonstigen Anlässen der Adligen und Bürgersleute genutzt wurden. Das dreigeschossige Gebäude -heute "Haus Fleck"-, besticht besonders durch seine schmale Architektur mit dominantem Fachwerk und einem sehr steilen Dach. Das spätgotische Fachwerkgebäude zählt zu den bedeutendsten in der Region Südhessen.

Am Marktplatz lenkt zudem ein Ensemble aus drei hervorspringenden, einheitlich erscheinenden Fachwerkhäusern den Blick auf sich. Die drei dominanten Häuser wurden 1682 von einem Tüncher, Bandweber und Barbier gebaut und bewohnt.

Zentraler Punkt auf dem Marktplatz ist der Marktbrunnen mit dem Stadt- und Kirchenpatron St. Georg, zu dessen Füßen vier geschmiedete Wasserspeier den Brunnen füllen. Um den Brunnen herum finden der tägliche Wochenmarkt, die 4 Jahrmärkte und zahlreiche andere Veranstaltungen -wie Winzerfest und Bürgerfest- das Jahr über statt.

Verlässt man den Marktplatz Richtung Süden gelangt man an den Bürgerwehrbrunnen vor der alten Faktorei des Mainzer Domkapitels. Der Brunnen geht auf den Heimatforscher Joseph Stoll zurück, dem Begründer der historischen Bürgerwehr in Bensheim.

Von hier aus fällt der Blick in Richtung Westen auf den Wambolter Hof. Der Adelshof wurde um das Jahr 1732 von Franz Philipp Caspar Freiherr Wambolt von Umstadt erbaut. In dem schmucken Gebäude sind Wohnungen, Büros und ein hübsches Café untergebracht.

Über die Mittelbrücke mit den Brückenheiligen Johannes von Nepomuk und Franz Xaver erreicht man die untere Fußgängerzone, die von vielen, schön restaurierten Fachwerkhäusern begrenzt wird. Die Einkaufsmeile endet am Hospital mit Hospitalbrunnen, Hospitalkirche und dem Marienhaus.

Der Hospitalbrunnen wurde schon im Mittelalter an etwa gleicher Stelle genutzt. Der heutige Brunnen wurde 1842 neu aufgebaut und 1935 mit üppigem Rankenwerk und Dekor geschmückt.

Neben dem attraktiven Brunnen fallen noch das Marienhaus und die Hospitalkirche auf. Das Marienhaus mit seinem eindrucksvollen Fachwerk wurde 1597 als Gasthaus gebaut. Heute ist es im Besitz des Hospitals und wird seitdem Marienhaus genannt.

Die Hospitalkirche stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist dem Heiligen Joseph geweiht. Die in ihrer ästhetischen Ausstrahlung beeindruckende Kirche, ist aus Bruchsteinen gefertigt und Fenster, Portal sowie Giebelwände sind mit rotem Sandstein eingefasst. Noch zu erwähnen die bleiverglasten Kirchenfenster, die in ihrem modern abstrakten Erscheinungsbild hervorragend die Architektur ergänzen.

Vom Marienhaus führt in Richtung Norden die Gerbergasse zum Mohacs-Platz mit dem Rinnentorturm, einem weiteren Teil der ehemaligen Stadtbefestigungsanlage aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Das noch vorhandene Bauwerk ist aus Sandstein gefertigt und wird von einem oktogonalen Dach gekrönt.

Ab dem Rinnentorturm teilt sich die Lauter, sie fließt in Richtung Norden als Winkelbach und in Richtung Westen als Neugraben weiter. Dem Winkelbach folgend, der leider im Unterirdischen verschwindet, gelangt man zu einer großen Anlage, dem Beauner Platz. Unser Blick geht zunächst Richtung Westen und lässt das Bahnhofsgebäude erkennen. Das stattliche Gebäude in ausgewogener Form, wurde -wie die Stadtkirche- nach Plänen von Georg Moller, dem Oberbaurat und Hofbaumeister des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, gebaut.

Am Beauner Platz sind unter anderem das Bürgerhaus, Dalberger Hof und das Parktheater zu finden. Das Bürgerhaus ist als reiner Zweckbau konzipiert und das Parktheater dient vor allem verschiedenen kulturellen Veranstaltungen. Zwischen den Gebäuden befindet sich der Dalberger Hof. Ein Teil des Gebäudes war früher in die ehemalige Stadtmauer integriert und wurde etwa 1586 erbaut. Der alte Adelshof wurde bis zu seinem heutigen Erscheinungsbild mehrmals umgebaut und verschiedenartig genutzt.

Verlassen wir das mittelalterliche Bensheim und gehen dem lärmenden Verkehr nach. Der Hauptverkehrsachse B3 folgend, wird in nordöstlicher Richtung der Stadtpark mit dem Rodensteiner Hof erreicht. An seiner Südwestecke ragt ein kleiner Gartenpavillon halbrund in den Ritterplatz. Das kleine klassizistische Bauwerk zeichnet sich ebenfalls durch seinen Moller-Stil aus. Der alte Adelshof selbst liegt außerhalb der ehemaligen Stadtmauer und bezaubert mit dem angrenzenden Stadtpark. An der Südwestecke, im Obergeschoss, ist eine von zwei Säulchen flankierte Muschelnische zu sehen, mit der Sandsteinfigur einer Maria Immaculata von 1733. Das imposante Gebäude umschließt einen Innenhof und fällt vor allem durch seinen markanten Turm auf. Heute sind in dem weitläufigen Gebäude Wohnungen, Büros und ein Restaurant untergebracht.

Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg in der Jahrhundertwende war auch die bauliche Entwicklung in Bensheim äußerst bemerkenswert. Nicht weit vom Rodensteiner Hof entfernt ist auf der linken Strassenseite das ehemalige Postamt zu sehen. Das 1910 errichtete monumentale Gebäude findet vor allem durch seine klassizistische Stilvariante mit einem zentral angeordneten Portal große Beachtung.

Weitergehend Richtung Norden gelangt man zur evangelischen Michaelskirche von 1863. Die aus gelbem Sandstein gemauerte Kirche konnte erst 1863 eigeweiht werden, da während der Bauphase der Kuppelbau einstürzte. Der Innenraum wurde bis heute mehrfach umgestaltet. So richtete man zudem eine Taufkapelle ein und baute die Sakristei aus.

Von der Kirche aus fällt der Blick Richtung Westen auf ein in Granitmauerwerk erstelltes Gebäude. Die Architektur des Amtsgerichts beeindruckt durch ihre wuchtige Erscheinung und ist ein Zeichen für die damalige, wirtschaftliche Blüte.

Bensheim ist die Stadt der Schulen und kann diesbezüglich auch einige schöne Gebäude von historischem Wert vorzeigen. So liegt an der B3 -ebenfalls in Richtung Norden- die Gebäudegruppe des ehemaligen Alten Kurfürstlichen Gymnasiums. Das 1879-82 erbauten Ensemble beherbergt heute die Kirchbergschule -eine Grund- und Sonderschule-.

Ebenfalls in dieser Zeit wurde 1899 der Grundstein zu dem ehemaligen katholischen, bischöflichen Knabenkonvikt gelegt. In dem repräsentativen Gebäude ist heute das Rathaus der Stadt Bensheim untergebracht.

In unmittelbarer Nähe befindet sich das weitläufige Areal des heutigen Alten Kurfürstlichen Gymnasiums. Das schöne imposante Bauwerk wurde im Übergangsstil von Renaissance und Barock erstellt. Es ist reich gegliedert und fügt sich harmonisch in seine Umgebung ein. Das Gebäude wurde als Lehrerbildungsanstalt des Großherzogtums Hessen 1911 feierlich eingeweiht. Ebenfalls architektonisch interessant ist das ansehnliche Direktorenhaus, das sich auch auf dem Gelände befindet.

Neben den zahlreichen sehenswerten Profan- und Sakralbauten sind noch die vielen Villen und Landhäuser der Gebrüder Metzendorf zu nennen. Sie resultieren aus dem Vorhaben, die Stadt zu modernisieren und zu verschönern. Viele dieser Gebäude sind vor allem im Metzendorf-Viertel zu finden, in dem es auch einen speziellen Rundgang dazu gibt.

Das Grab von Heinrich Metzendorf befindet sich auf dem Hauptfriedhof, der im südlichen Teil der Stadt liegt. Den Grabstein dazu hat der Architekt selbst entworfen. Die kleine Friedhofskirche, die den Zugang des alten Friedhofs flankiert, wurde 1673 geweiht und nach dem Heiligen Creszenz benannt.

An den Friedhof schließt sich das große, ehemalige Fabrikationsgelände der Firma Euler an. Es umfasst nicht nur die Fabrikgebäude, sondern auch Werkshäuser, Wohngebäude und Villen, von denen viele ebenfalls die Handschrift von Metzendorf tragen. Hier fällt vor allem die Villa Eulenhorst auf, die in einem großen Parkgelände liegt und eine großbürgerliche Repräsentationsarchitektur verkörpert. Das Gebäude wird heute als Altersheim genutzt und wurde durch wenig harmonisch erscheinende Baukörper ergänzt.

Ein weiteres sehenswertes Schmankerl ist das schlossähnliche Anwesen "Ritter von Marx" im Schönberger Tal. Die beeindruckende und äußerst imposante Villa, die sich der Frankfurter Finanzier Ferdinand von Marx baute, wird heute als Klinik für suchtkranke Männer genutzt.

Nach diesem eindrucksvollen Stadtrundgang lohnt es sich in der Innenstadt -in einer der zahlreichen Straußwirtschaften, Weinlokalen oder kleinen Kneipen- bei einem Glas Bensheimer Wein auszuruhen und zu entspannen.

 

 

 

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